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Hochmoorrenaturierung 2007 / 2008
im Dümfelmoos

Im Kernbereich eines intakten Hochmoores wachsen außer Spirken kaum Bäume. Normalerweise dominieren Torfmoose welche aus der Luft CO2 aufnehmen und in der wachsenden Torfschicht binden. Diese geschieht über tausende von Jahren. Die Torfschicht wächst dabei im Jahr um ca. 1mm.
Durch die Trockenlegung der Moore, um den den Rohstoff Torf zu kommen, kommt Sauerstoff in die Torfschichten. Dadurch mineralisiert der Torf und setzt erhebliche Mengen an dem Treibhausgas CO2 frei. Gleichzeitig werden Nährstoffe freigesetzt, die eine Ansiedelung von anderen standortuntypischen Pflanzen (Fichten, Kiefern, Birken) ermöglicht. Mit der Zeit wächst das Hochmoor immer mehr zu. Durch den hohen Baumbestand kommt es zu einer enormen Beschattung und die Bäume entziehen dem Moor noch mehr Wasser. Dadurch verschwinden auch nach und nach die hochspeziallisierten Hochmoorpflanzen, wie der Sonnentau, die Rosmarinheide, Moosbeeren und auch die Torfmoose. Gleichzeitig verschwinden dann auch die abhängigen Tiere, wie z.B. der Hochmoorgelbling. Da die Bäume aber in dem nassen Boden keine optimalen Bedingungen finden, wachsen sehr schwach. Nur in den Randbereichen oder an Wegen wachsen die Bäume besser. Es bildet sich nun kein richtiger Wald und es ist auch kein intaktes Hochmoor. Wirtschaftlich sind die Flächen abgesehen von etwas Brennholz damit uninteressant und in diesem Zustand tragen sie zur Klimaerwärmung bei.
Unser Ziel ist es Flächen zu schaffen auf denen das Torfmoos und alle anderen Hochmoorpflanzen wieder wachsen können. Wachsende Moor binden das Kohlendioxyd CO2, bilden ein eigenes wichtiges Mikroklima und beherbergen seltene Pflanzen und Tiere, die auf der roten Liste stehen. Im oberen Bild sehen sie, wie ein alter trockener Torfstich vom Gehölz befreit wird. Nach der Wiedervernässung sollten sich wieder die typischen Torfmoosbulten bilden.
Auf dieser Fläche befindet sich auch ein nasser Torfstich. So sollte auch der freigelegte Torfstich nach einigen Jahren aussehen. Man sieht, dass dort kaum Bäume wachsen. Viele Bereiche sind nass sind und es wachsen verschiedene Torfmoosarten (mittleres Bild), der Sonnentau, die Moosbeere und die Rosmarinheide.
Hier sieht man die typischen Hochmoorbulten. So wächst das Hochmoor in die Höhe und kann Torfsichten über etliche Meter bilden. Viel Arbeit ist hier notwendig um das Projekt umzusetzen. Unseren fleißigen aktiven Mitgliedern und den Spenden, Erbschaften und Mitgliedsbeiträgen ist es zu verdanken, dass so etwas überhaupt möglich wird. Auch liegt es an den vielen Grundstücksbesitzern ein Fortschreiten der Renaturierung zu ermöglichen.

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