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Lehmgrube bei Ettwiesen

++ 07.11.2003, Allgäuer Zeitung ++

In Lehmgrube soll nur "normaler Bauschutt"

Besitzer Franz Schmid will Landschaft wieder gestalten

Marktoberdorf(vit). - "Die Sorgfaltspflicht treibt mich dazu, die Rekultivierung der Lehmgrube anzupacken", erklärte nun der frühere Ziegelei-Besitzer und Alt-Bürgermeister Franz Schmid gegenüber unserer Zeitung. Nach Auskunft des mit der Planung beauftragten Ingenieurbüros aus Baden-Württemberg soll dabei nur normaler Bauschutt zur Verfüllung verwendet werden.

Seit 1948 wird aus der Grube bei Ettwiesen Ton geholt. Genehmigt ist dort die Gewinnung von rund 700000 Kubikmetern, 450000 davon wurden bereits abgebaut. Doch nachdem in Marktoberdorf keine Ziegel mehr hergestellt werden, verursacht die Grube ihrem Besitzer hauptsächlich noch Kosten: Eine leistungsstarke Pumpe muss permanent das Oberflächenwasser abpumpen, damit das Lehmbecken nicht voll läuft. Daher will Schmid nun das Gelände wieder herrichten. Mit der Planung beauftragt hat er Anton Grehl vom Ingenieurbüro SGWN Umwelt-GmbH in der Nähe von Blaubeuren. Laut Grehl ist es Ziel der Rekultivierung, die jetzige Grube wieder ins Landschaftsbild einzugliedern. Dadurch würde auch der Schutz der bereits angelegten Biotope im Eingangsbereich festgeschrieben. Für eine Verfüllung stellt sich Grehl auch Bauschutt vor. Doch Abfälle aus Abbrucharbeiten seien in der Regel auch mit Wandfarben und Ähnlichem vermengt, die dann mit eingelagert würden. Da diese Stoffe auch in jedem Haushalt vorkommen, könne von ihnen kaum Gefahr ausgehen. Schlacken und Aschen seien nicht vorgesehen. Denn diese Stoffe fallen ohnehin fast nur in der Müllverbrennung an, wo es klar vorgeschriebene Entsorgungswege gebe. Laut Grehl wird die Rekultivierung sich über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren erstrecken. Dies bedeute, dass pro Tag rund 17 bis 27 Lkw Material anliefern. Damit führen aber wesentlich weniger Laster auf der Straße bei Ettwiesen als zur Rohstoff-Abbauzeit für die Ziegelei. Völlig ungeeignet hält Grehl das Gelände für einen Abenteuerspielplatz. Denn Ton, Wasser und Schlamm sei dafür kaum der passende Untergrund. Das restliche Volumen, das für den Abbau genehmigt ist, will Grehl für eine weitere Nutzung in kleinerem Umfang auch weiterhin bereit halten. Wenn bei Grehls Ingenieurbüro die Stellungnahme der Stadt vorliegt, will die Firma die Rekultivierungsplanung als Antrag an die zuständigen Behörden (Landratsamt) weiterleiten.

Quelle: Allgäuer Zeitung