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Lehmgrube bei Ettwiesen

++ Donnerstag, 21. Juli 2005, Allgäuer Zeitung ++

 

Marktoberdorfer „ehrlich informieren“

Auffüllen der Lehmgrube dauert 25 Jahre in der AZ vom 16.7.2005

 

Wie in der Allgäuer Zeitung vom 7.November 2003 zu lesen, sind in der Lehmgrube 450000 Kubikmeter Lehm abgebaut worden. Damals hieß es, dass die Grube nach mindestens 10 Jahren wieder rekultiviert sei. Jetzt ist von schätzungsweise 25 Jahren die Rede. Laut Zeitungsbericht sollen 410000 Kubikmeter „grubenfremdes Material“ in Richtung Ettwiesen geschafft werden.

 Für mich stellen sich mehrere Fragen: Ist die Grube nicht auch zu rekultivieren, ohne 410000 Kubikmeter (das entspricht in etwa 800000 Tonnen) „grubenfremdes Material“ einzulagern?

Die Bezeichnung „grubenfremdes Material“ für leicht „verunreinigte Böden, Bauschutt mit Farbresten, Fliesen mit Kleberresten, Boden mit kleinen Teerteilen, Straßengräbenaushub oder Dreck, der beim Säubern von Straßenrändern anfällt“ ist für mich eine Beschönigung. In diesem Fall muss man doch von Bauschutt, Müll oder Abfällen sprechen.

Nach Aussage Herr Grehls reiche die Belastungsgrenze der abzulagernden Feststoffe bis Z2. Was bedeutet „Belastungsklasse Z2“ wirklich?

Nach den „Grenz- und Richtwerten bei der Verwertung und Entsorgung von Boden und Bauschutt“ dürfen Feststoffe nach LAGA Boden Z2 bezogen auf ein Kilogramm Feststoff unter anderem 150 mg Arsen, 1000 mg Blei, 600 mg Chrom, 600 mg Kupfer, 600mg Nickel oder 10 mg Quecksilber enthalten. Wie kann Herr Grehl verharmlosend von leicht verunreinigten Böden sprechen?

Auf einer normalen Bauschuttdeponie im Landkreis Ostallgäu dürfen nur Feststoffe bis Z0 abgelagert werden.

Findet in diesem Fall wirklich eine Rekultivierung statt oder entsteht vor den Toren der Stadt Marktoberdorfs in einem wichtigen Naherholungsgebiet neben dem Ettwieser Weiher und nicht weit entfernt von dem Neubaugebiet Gewend eine Art Deponie für Bauschutt und belastetes Material durch die Verfüllung der Lehmgrube?

Ich meine, es ist nötig, uns Bewohner Marktoberdorfs ehrlich zu informieren, was die nächsten 25 Jahre auf uns zukommen könnte, falls es zur Ausführung des Konzeptes der Firma SGWM Umwelt GmbH kommen sollte.

 

Herbert Noske

Marktoberdorf

  

Quelle: Allgäuer Zeitung